Nach 25 Jahren hat der Heilige Geist auch endlich den Papst erleuchtet

Papst Benedikt XVI ist jetzt für Kondome im einen oder anderen Fall um die Ansteckungsgefahr zu verringern

Laut „Osservatore Romano“ hat der Papst in einem Interview erklärt:

Es mag berechtigte Einzelfälle geben, wenn etwa ein Prostituierter ein Kondom verwendet, und dies kann ein erster Schritt hin zu einer Moralisierung sein, ein erster Akt von Verantwortung, um erneut das Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles erlaubt ist und man nicht alles tun kann, was man möchte“. Das sei aber nicht die „eigentliche Art, das Übel der HIV-Infektion zu besiegen. Notwendig ist eine Humanisierung der Sexualität“, so der Papst.

Die Medien sprechen von einer „historischen Wende“. Wir meinen, historisch ist daran nur, wie lange die Katholische Kirche gebraucht hat, um auf AIDS die ethischen Maßstäbe anzuwenden, die sie auch sonst vertritt. Sie hatte nie Probleme, „gerechte Kriege“ oder das Töten von Menschen in Notwehr zu rechtfertigen. Nur bei AIDS durfte es keine Abwägung geben.

Dadurch hat die Katholische Kirche die AIDS-Prävention weltweit massiv behindert und tausende Tote und Kranke auf dem Gewissen. Selbst in Deutschland konnte die offene Werbung für die Benutzung von Kondomen zur AIDS-Prävention infolge des massiven Widerstands der Katholischen Kirche erst nach 10-jährigem Kampf durchgesetzt werden.

Wir sind uns sicher, dass die Katholische Kirche auch irgendwann einmal einräumen wird, dass „praktizierte Homosexualität“ in Einzelfällen doch keine „schwere Sünde ist, die endgültig von Gott trennt“. Aber was ist von einer „moralischen Anstalt“ zu halten, die so lange für die bessere Einsicht braucht und der es völlig gleichgültig ist, wie viel Leid sie damit anrichtet?

Manfred Bruns, LSVD-Bundesvorstand



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