Songs zu Trans*

 „She is there“ zu Erfahrungen von Transgender

Foto: sistas inspiration

Ein Video: Drei Mädchen zeigen mit dem Finger auf mich, lachen mich aus. Vier Basketballer bedrängen mich und drohen mit Schlägen. Die Mutter meiner Kinder wirft mir vor, ich würde die Familie mit meinem Auftreten verletzen. – Diese Szenen zum Song „She is there“ der Deborah Campbell Band lassen eindringlich nachempfinden, welche diskriminierende Erfahrungen Transgender auch heutzutage immer wieder machen müssen. Gitarristin und Komponistin Deborah ist auch im Vorstand des LSVD Köln aktiv und Mitautorin einer Studie zum Alltag von Transgender: „Ein offenes Leben gehört für Transmenschen zu einem zufriedenen Leben dazu. Gleichzeitig besteht durch ein Coming-out die reale Gefahr von Anfeindungen bis hin zu Gewalt. Für mich ist es wichtig, die Erfahrungen von Transgender der allgemeinen Bevölkerung leichter zugänglich zu machen. Der Weg dafür ist meine Musik.“

Foto: sistas inspiration

Deborah und ihre Band arbeiteten bereits zum zweiten Mal mit den Filmemacherinnen von sistas inspiration zusammen. Während es im ersten Video „Nothing wrong with me“ vor allem um Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl ging, thematisiert der neue Clip die traurige Erfahrung von physischer und psychischer Gewalt. Das Video zu „She is there“ versetzt die Zuschauenden in die Lage einer Transfrau. So erleben wir die teilweise bedrohlichen Blicke und drohenden Angriffe in der Öffentlichkeit oder die Anfeindungen aus der Familie. In vier Tagen wurden Drehbuch und Clip gemeinsam mit aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zusammengetrommelten Schauspielerinnen und Schauspielern erarbeitet.

Foto: sistas inspiratioMit dabei auch Madlen Kaniuth, bekannt u.a. aus der RTL-Serie „Alles was zählt“. Auf das Thema aufmerksam zu machen und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen – das war für sie Motivation genug, um beim Projekt mitzumachen. Sie erzählt: „Ich spiele eine Frau, die das Transcoming-out des Menschen, den sie als Mann geheiratet hat, als persönliche Verletzung empfindet und es nicht schafft, Verständnis dafür aufzubringen.“ Am Ende des Videos sehen wir, wie einer der aggressiv auftretenden Basketballer sich dann doch Zeit nimmt, nachfragt und so die unsichtbare Protagonistin kennenlernt. Letztlich stellt er sich dann schützend vor sie, als seine Freunde sie angreifen wollen.

Foto: sistas inspiratio

Dass persönliche Bekanntschaft oftmals Vorurteile abbaut, ist bekannt; dass jemand aus der Peer Group bei Diskriminierung aussteigt und „Stopp“ sagt, allerdings weniger. Es ist vielmehr eine Hoffnung, mit der das Video ein versöhnlicheres Ende nimmt. Wie heißt es zum Ende von „She is there“ so schön: „Das ist doch das Gute an der Welt, dass alle anders sind. Ob straight, queer oder trans* – wir sind immer zuerst Mensch.“

Markus Ulrich, Bund-Länder-Koordinator

 



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