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Gegengift zu Rassismus und Homophobie

(c) ArsenSelly – die offen lesbische Frontfrau von Arsen

Selly, du bist Frontfrau von Arsen, einer Berliner Rockband zwischen Metal und Punk plus Pop-Elementen in deutscher und türkischer Sprache. Wie bist du zur Musik gekommen und wie hat sich Arsen gefunden?

Selly: Ich hatte schon als Kind immer das Bedürfnis zu singen, wenn ich Musik gehört habe. Mit 10 oder 11 Jahren, da lebte ich noch in der Türkei, schaltete ich immer meinen Walkman ein, schnappte mir einen Tennisschläger und rockte so zu Anadolu Rock, die häufigste Form türkischer Rockmusik. Intensiver beschäftigte ich mich mit Musik, als ich mir mit 18 eine Akustikgitarre gekauft habe. Nachdem ich die ersten Akkorde greifen konnte, fing ich an, leichte türkische Songs nachzuspielen und zu singen. Ich lernte eine türkische Rockband namens Stoneheads in Berlin kennen und begegnete dabei Koray. Mit ihm gründete ich dann eine Band und wir wollten zusammen türkische Rocksongs schreiben. Nach einer Weile mussten wir es leider aufgeben, weil wir keine weiteren Musiker finden konnten. Kurze Zeit später antwortete Norman auf meine Anzeige im Internet 

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein leibliches Kind mehr lieben könnte.”

LSVD-RegenbogenfamilienfuehrerErfahrungsbericht einer Pflegefamilie

Ich lebe zusammen mit meiner Partnerin und unserem 3,5‑jährigen Pflegesohn in Köln. Er ist mit sieben Wochen zu uns gekommen, kennengelernt haben wir ihn mit fünf Wochen. Emotional ist er unser Sohn, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein leibliches Kind mehr lieben könnte. Wir haben uns in einem langen Prozess dafür entschieden, kein leibliches Kind zu bekommen, sondern ein Pflegekind aufzunehmen. Aufgebracht hat die Idee meine Partnerin. Anfangs war ich sehr skeptisch und mit den üblichen Vorurteilen gegenüber der Arbeit des Jugendamtes belastet. Ich bin allerdings zum Glück dem Vorschlag meiner Partnerin gefolgt, und zu einer Informationsveranstaltung des Jugendamtes in Aachen gegangen, wo wir damals noch gewohnt haben. Bei dieser Veranstaltung hatte ich den Eindruck, dass es sich um sehr engagierte und hochkompetente Mitarbeiterinnen handelt, sodass ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen konnte.

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LSVD-Sensibilisierungs-Workshops in Berliner Schulen erfreuen sich großer Beliebtheit

LSVD Berlin-BrandenburgIn Berlin gibt es bereits seit vielen Jahren Workshops mit Schülerinnen und Schülern und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mussten am Anfang noch Lehrerinnen und Lehrer von der Wichtigkeit solcher Angebote überzeugt werden, so wird das LSVD-Projekt-Team mittlerweile jedes Jahr aufs Neue mit Anfragen überrannt – alleine in diesem Jahr haben bereits knapp 100 Workshops stattgefunden. Das Angebot richtet sich an Grundschulen ab der 5. Klasse sowie an Oberschulen jeder Altersklasse, wobei die Schwerpunkte derzeit bei 6. Klassen und 8. Klassen liegen.

Die Workshops tragen den Titel „Wer liebt hier eigentlich wen…? Sexuelle Vielfalt, Beziehungen und Identität“, was auch schon eine Menge vom Inhalt verrät, um was es in den Workshops geht. Entgegen so vieler Vermutungen und Behauptungen, die man in den Medien findet, geht es nämlich nicht um Sexualaufklärung im klassischen oder gar biologischen Sinne, sondern es geht um die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, Vorurteilen, Mobbing & Diskriminierung, gesellschaftspolitischen Problemen und vor allem um die eigene Identität. Es geht darum, Vorurteile offen ansprechen und diskutieren zu können, um sie möglichst auch wieder ausräumen zu können. Es geht darum, den Schülerinnen und Schülern klarzumachen, dass Homosexualität mehr als die Frage ist, wer welchen Partner hat, sondern dass es eine Frage der eigenen Identität ist, was für die Personen weit mehr bedeutet als nur das Thema „Sexualität“.

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Aktionsplan gegen Homophobie

 Schleswig-Holstein aktiv für einen echt vielfältigen Norden

Aktionsplan Schleswig-Holstein - Foto: Agnes WitteDer Norden soll bunt werden, vielfältig, gar ein „Schlesbi-Holstein“ – jedenfalls wenn es nach Vertreterinnen und Vertretern schleswig-holsteinischer Initiativen geht. Ein Aktionsplan gegen Homophobie ist – neben anderen Gleichstellungsmaßnahmen – im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SSW verankert: „Wir stehen für ein tolerantes Schleswig-Holstein. Durch die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Intersexuellen und Transgendern werden wir Schleswig-Holstein ein tolerantes Gesicht geben und Diskriminierung konsequent entgegentreten. Der Abbau von Diskriminierung und Homophobie ist für uns eine Querschnittsaufgabe. (…) Wir wollen mit Kooperationspartnern einen Aktionsplan gegen Homophobie erarbeiten und flächendeckend umsetzen.“ 

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Projekte Verband

Spätes Coming-out

 Studie zeigt Notwendigkeit der Familienarbeit

Ilka Borchardt - Foto: Caro KadatzWenn vom Coming-out die Rede ist, denken die meisten an Probleme von Jugendlichen, vielleicht auch noch an die Schule oder die Eltern. Aber viele Menschen haben nach der Familienphase ein Coming-out oder einfach in späteren Jahren des Lebens. Wir sprechen in diesem Zusammenhang vom „Späten Coming-out“. Das Interesse an dem Phänomen ist groß, es gab aber bislang wenig systematische Untersuchungen dazu. Der LSVD konnte im Rahmen des Projekts „Homosexualität und Familien“ zu diesem Thema eine Studie in Auftrag geben. Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Modellprojekt geförderte Projekt, das von 2011–2014 bundesweit läuft, hat Prof. Dr. Melanie Steffens und Dr. Janine Dieckmann (Friedrich-Schiller-Universität Jena) mit der Durchführung der Studie beauftragt. Schwerpunkt sind die Umgangsweisen von Angehörigen mit dem Späten Coming-out eines homosexuellen Familienmitglieds.

Wie gehen Partnerinnen und Partner, Eltern und Schwiegereltern, Geschwister und Kinder mit dem Coming-out eines erwachsenen Angehörigen um? 

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Homosexualität in der Familie

LSVD-Handbuch für familienbezogenes Fachpersonal erschienen

Handbuch Homosexualität in der FamilieBis heute ist das Coming-out in der Familie, vor Eltern, Partnerinnen und Partnern, Kindern und weiteren Verwandten, einer der schwierigsten Schritte. Ist er geschafft, müssen sich nun diese Familienmitglieder mit ihrem Coming-out als Angehörige auseinandersetzen. Zwar gibt es zumindest in den Großstädten Coming-out-Beratungsstellen für Homosexuelle. Für heterosexuelle Angehörige sind dagegen Selbsthilfegruppen die Einrichtungen der Familiensozialarbeit wichtige und neutrale Anlaufstellen. Allerdings werden soziale Fachkräfte in Aus‑, Fort- und Weiterbildung kaum auf Fragen der sexuellen Identität vorbereitet, geschweige denn auf die Konfrontation mit möglichen Vorurteilen der Angehörigen von Lesben und Schwulen.

In Fortbildungen zum Thema werden wenigstens zwei Aspekte als Chancen und als Schwierigkeiten zugleich deutlich, mit denen sich Fachleute der Sozialen Arbeit auseinandersetzen müssen: der Anspruch, als Fachkraft vorurteilsfrei zu sein, und die parallel bestehenden persönlichen Unsicherheiten und Stereotype über Homosexualität und ein Coming-out. Nur wenn diese beiden Felder gleichermaßen bearbeitet werden, können Angehörige von Lesben und Schwulen bei ihrem eigenen Coming-out kompetent und professionell begleitet werden. 

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Kinder 404. Not found

Russische LSBT-Teenager und ihr einziger Freiraum

F01 - Kinder404 collageAufwachsen ist kein Kinderspiel, das lernt man spätestens auf dem Schulhof: Bis man als junger Mensch einigermaßen mutig und selbstbewusst durchs Leben schreiten kann, gilt es einige peinliche und mitunter leidvolle Momente durchzustehen. Mathe-Arbeiten, Pickel, Liebeskummer. Es ist die Zeit der großen Gefühle: Mädchen verlieben sich in Jungs – und andersrum. Einige Mädchen vergucken sich plötzlich in ihre beste Freundin und einige Jungs in ihren besten Kumpel. Es ist die große, spannende Erkundungsphase. 

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Homosexualität in der Familie

LSVD-Handbuch für familienbezogenes Fachpersonal 

Homosexualität in der Familie - HandbuchDas Coming-out eines geliebten Menschen stellt die ganze Familie vor ungeahnte Herausforderungen. Gerade für die Angehörigen ist es wichtig, von Fachleuten der Sozialen Arbeit professionelle Unterstützung zu erfahren.

Wie die Herausforderungen für die Familienarbeit aufgefangen werden können, zeigt das vom LSVD herausgegebene Handbuch „Homosexualität in der Familie“ des Modellprojekts “Homosexualität und Familien”. Ilka Borchardt (LSVD) und Heiko Reinhold (LSVD) haben ihre Erfahrungen aus fast drei Jahren Projektarbeit und ca. 80  Veranstaltungen in origineller und praxisorientierter Form aufbereitet. Es geht um den Umgang mit Angehörigen, das Späte Coming-out, Großeltern in Regenbogenfamilien sowie Homosexualität im Kontext von Migration. Expertinnen und Experten des wissenschaftlichen Beirates des Projekts ergänzen die innovative Materialsammlung zu den Grundlagen der Regenbogenkompetenz in der Familienberatung. 

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Flagge zeigen für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt

Einladung zum Gründungstreffen des Hauptstadt-Aktionsteams am 27. März 2014

 

GD_5610-kopieLautstark Protest anmelden, die Dinge selbst in die Hand nehmen: Hausbesuche bei Parteizentralen machen, wenn die GroKo Regenbogenfamilien beleidigt, indem sie im Adoptionsrecht weiter massiv diskriminiert. Staatsgäste aus Staaten wie Uganda, Russland und vielen anderen besonders „herzlich“ in Berlin begrüßen und Flagge zeigen. 

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Gemeinsam gegen Ausgrenzung

Gastbeitrag der Initiative “Respekt! Kein Platz für Rassismus“

Der „Respekt!“-Botschafter und
Comedian Bülent Ceylan empfiehlt das Antiidiotikum® akut IQ130. Es beseitigt sofort Denkblockaden und befreit von Engstirnigkeit. Das erfundene Medikament geht sofort ins Blut über!

 Respekt! Kein Platz für Rassismus ist eine gemeinnützige Initiative für ein gesellschaftliches Miteinander und gegen jegliche Art von Diskriminierung. Wir wollen vielschichtig über Toleranz informieren und zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Denn eins ist sicher: Denken hilft! Auslöser für Lothar Rudolf und seinen Sohn Kris-Patrick, die beiden Initiatoren, waren die immer wiederkehrenden rassistischen Zwischenfälle in deutschen Fußballstadien. Um sichtbar dagegen zu protestieren, kamen sie auf die Idee zu dem Schild mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus!“, später wurde noch das Wort „Respekt!“ hinzugefügt.