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Stellungnahme zum Dauerausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blutspende

LSVD_manfred_bruns_01Anlässlich des jüngsten Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum generellen Ausschlussverbot homo- und bisexueller Männern von der Blutspende hat unser LSVD Bundesvorstand Manfred Bruns dem Präsidenten der Bundesärztekammer die folgende Stellungnahme übermittelt.

Nach den „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) — Zweite Richtlinienanpassung 2010“ werden „Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM)“, dauernd für die Blutspende ausgeschlossen, weil sie zu den Personen gerechnet werden, deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten wie HIV bergen. Diesen generellen Dauerausschluss aller MSM haben wir und viele andere seit langem als zu weit gehend und diskriminierend kritisiert. 

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Wie der Glaube den Journalismus vernebelt

Eine Replik auf “HOMO” von Markus Günther, erschienen in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 5. April 2015

Gastbeitrag von Albyn Frymuth

Dass ein katholischer Traditionalist wie Markus Günther der Marginalisierung der Homosexuellen das Wort redet, wundert kaum. Nichts anderes wohnt seinem Wunsche nach größerer Gelassenheit im Umgang mit den Benachteiligungen jener Minderheit inne.

Sein harmlos daherkommender Kommentar beginnt mit einer verunglückt komischen Etymologie des Wortes homo, über die sich nicht so recht schmunzeln lässt. Doch seine glaubensgeleitete Färbung der Fakten verlangt nach Widerspruch.

Günthers Darstellungen zum Religious Freedom Restoration Act des US-Bundesstaats Indiana, für den sich konservative Politiker, religiöse Aktivisten und ortsansässige Kirchen eingesetzt haben, negiert die mit dem Gesetz sanktionierte Diskriminierung Homosexueller.

Jenseits der fundamentalistischen Rechten haben sich auf breiter Front PolitikerInnen (nicht nur Hillary Clinton, wie der Autor zu suggerieren meint), Vorstände, KünstlerInnen, Schreibende, progressive Gläubige etc. empört bis feindselig über dieses maliziöse Werk geäußert.

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Was ist Dir wichtig?

offenLSVD lädt zum Bürger/innendialog der Bundesregierung ein

Was macht Lebensqualität in Deutschland aus? Was bedeutet es, gut zu leben? Offen und sichtbar? Angst- und diskriminierungsfrei? Selbstbewusst und selbstverständlich? Wie kann das aussehen und was gehört dazu? Welche Wünsche und Erwartungen haben insbesondere Lesben, Schwulen, Bisexuellen, inter- und transgeschlechtlichen Menschen von einem guten Leben? Welche Themen liegen ihnen am Herzen? Um diese Fragen zu diskutieren, lädt der LSVD zu vier Workshops ein.

Wir beteiligen uns damit an dem von der Bundesregierung initiierten Bürger/innendialog. Denn wir meinen: Lesben, Schwule, Bisexuelle, inter- und transgeschlechtliche Menschen haben der Bundesregierung viel mitzuteilen, welche Reformen für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt gutes Lebens befördern können. Alle Veranstaltungen gehören zu den 100 Veranstaltungen, bei denen die Moderation und das Protokoll durch das Bundeskanzleramt gestellt werden. 

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Kieler Christian-Albrechts-Universität tritt gegen Homophobie ein

Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt unterzeichnet

Homophobie geht uns alle an. Sie zu bekämpfen, ist die Pflicht der ganzen Gesellschaft. Daher ist das Ziel des schleswig-holsteinischen Bündnisses gegen Homophobie  Verbände, Unternehmen und Vereine für eine gleichberechtigte Gesellschaft mit ins Boot zu holen. Mit der Unterzeichnung der „Lübecker Erklärung“ durch die Vizepräsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Professorin Anja Pistor-Hatam, am 2. März 2015 stellt sich nun auch die größte Universität des Nordens an die Seite von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und trat dem vom LSVD Schleswig-Holstein getragenen Bündnis bei.

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Echte Vielfalt“ in Schleswig-Holstein

Jahreskonferenz "Echte Vielfalt"Jahreskonferenz 2014

Das Bild von Lesben, Schwulen und Transidenten in den Medien stand im Zentrum der ersten Jahreskonferenz, des Aktionsplans Echte Vielfalt. Der LSVD Schleswig-Holstein hatte in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Landes Schleswig-Holstein und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung in den Kieler Landtag eingeladen.

Hans-Jürgen Wolter, Sprecher des LSVD, begrüßte die Gäste: „Mit vielen Projekten, die wir in diesem Jahr begonnen haben, betreten wir in Schleswig-Holstein auch Neuland. Es gibt gute und starke Initiativen für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transidenten hier in Schleswig-Holstein. Ohne ihre Arbeit hätte der „Aktionsplan Echte Vielfalt“ nicht so fruchtbaren Boden vorgefunden. Er ergänzt die vorhandene Struktur in Schleswig-Holstein.“ In ihrer Rede versprach die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Kristin Ministerin AlheitAlheit, weiter für Echte Vielfalt, Akzeptanz und eine gerechte Gesellschaft einzustehen: „Wir werden uns auch in 2015 dafür stark machen, dass bestehende Aktivitäten gegen Homophobie innerhalb der gesamten Landesregierung weiter ausgebaut werden; dass die gute Kooperation mit den CSD-Vereinen Kiel und Lübeck fortgeführt wird ebenso wie die mit NaSowas und HAKI e.V. Auch auf Bundesebene werde ich mich weiter für die rechtliche Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Transgender stark machen.” 

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Saarbrücker Appell

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (c) Landeshauptstadt SaarbrückenMit dem Saarbrücker Appell bittet der LSVD Saar den Bischof von Trier, Herrn Dr. Stephan Ackermann, öffentlich zu erklären, dass in seinem Bistum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche wegen Eingehung einer Eingetragenen Partnerschaft nicht länger eine Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses befürchten müssen. Dies sollte in jedem Fall für Beschäftigte in Krankenhäusern, Kindergärten, Bildungseinrichtungen, also in nicht verkündenden Berufen, gelten. Alle Fraktionen im Saarländischen Landtag und im Saarbrücker Stadtrat wurden über den Appell informiert. Wir dokumentieren den Brief der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz an den Bischof Dr. Stephan Ackermann, mit dem sie den Appell unterstützt.

 

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Stephan Ackermann,

der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) Saar ist an mich mit der Frage herangetreten, ob ich den Saarbrücker Appell unterstütze. Auch Bürgermeister Ralf Latz wurde hierzu angefragt. Der LSVD macht mit diesem Appell auf die Problematik aufmerksam, dass Homosexuelle, die bei der katholischen Kirche in nicht verkündenden Berufen beschäftigt sind, nach Bekanntwerden einer eingetragenen Lebenspartnerschaft von Kündigung bedroht sein könnten.

Unabhängig von der Frage, ob es bereits zu faktischen Kündigungen gekommen ist oder nicht, schränkt das drohende Risiko einer Kündigung die Freiheitsgrade der Betroffenen ein. Sie internalisieren die Möglichkeit einer Kündigung und stellen ihr Verhalten darauf ein. Mit anderen Worten: Sie können nicht zu ihrer sexuellen Identität und ihrer Partnerin oder ihrem Partner stehen. Darin sehe ich einen Widerspruch zum Prinzip des gleichberechtigten Zusammenlebens. 

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Grußwort von Manfred Bruns zur BEFAH-Mitgliederversammlung

Ehrung und Verabschiedung der Vorsitzenden Gudrun Held, des stellvertretenden Vorsitzenden Willibald Schütz und des Schatzmeisters Gerhard Schmidt

Liebe Gudrun Held,befah

lieber Gerhard Schmidt,

lieber Willibald Schütz,

liebe Freundinnen und Freunde von Befah,

es gehört zu den Freuden des Alters, mit viel Stolz auf das Erreichte zurückblicken zu können. Aber sie wissen ja auch aus eigener Erfahrung: oft haben wir gar keine Zeit dazu. Denn für manche von uns fängt ja wenn die Rente beginnt die Arbeit erst richtig an. Als Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof hatte ich viel zu tun, aber so richtig stressig ist es erst, seit dem ich im LSVD ehrenamtlich für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen streite. 

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Ich will mit meiner Politik dazu beitragen ein modernes und tolerantes Land zu schaffen“

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig anlässlich der Fachtagung „Homosexualität in der Familie – Angehörige kompetent begleiten“ des LSVD am 20. März 2014 in Berlin

(Dokumentation)

Manuela Schwesig, Bildnachweis: Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Henkel,

sehr geehrte Frau Dr. Borggräfe,

sehr geehrte Frau Borchardt,

sehr geehrter Herr Reinhold,

sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages

meine sehr verehrten Damen und Herren,

wie viele andere auch, habe ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Menschen, die ihre Homosexualität offen leben, und zwar mit denselben Werten und Wünschen wie Heterosexuelle. 

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Flagge zeigen für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt

Einladung zum Gründungstreffen des Hauptstadt-Aktionsteams am 27. März 2014

 

GD_5610-kopieLautstark Protest anmelden, die Dinge selbst in die Hand nehmen: Hausbesuche bei Parteizentralen machen, wenn die GroKo Regenbogenfamilien beleidigt, indem sie im Adoptionsrecht weiter massiv diskriminiert. Staatsgäste aus Staaten wie Uganda, Russland und vielen anderen besonders „herzlich“ in Berlin begrüßen und Flagge zeigen. 

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Liebe Heteros,

die Freiheit, die LSBTIQ verteidigen, ist nicht nur ihre eigene Freiheit, sondern auch Eure: Es ist die Freiheit, Rollenerwartungen, dAxel_Blumenthal_LSVDie zu einem selbst nicht passen, nicht erfüllen zu müssen.

Was wollen die Steebs und Matusseks?

Dass wir ihre Erwartungen erfüllen. Wir sollen das tun, was sie auch tun mussten, egal ob sie es wollten, vielleicht sogar schön fanden, oder nicht. Sie wagten es nicht, infrage zu stellen. Noch weniger hätten sie es gewagt, sich zu verweigern.

Diesen Mut sich zu verweigern (dem „permissiven Zeitgeist“ nämlich) behaupten sie erst jetzt zu haben, da sie mit dem Rücken an der Wand stehen, weil sie über keinerlei logisch-rationale Argumente gegen eine Gleichstellung mehr verfügen. Die glaubten sie früher zu haben, weil es funktionierte, gewaltige Worthülsen und argumentative Nichtigkeiten immer wieder zu wiederholen und so als selbst-evident erscheinen zu lassen. Vielleicht täuschten sie damit nicht nur andere, sondern sogar sich selbst.

Seit aber genug Menschen dieses Spiel durchschaut haben, seit diese Methode nicht mehr funktioniert, scheint es nun der einzige Weg zu sein, sich dem gesellschaftlichen Fortschritt mit der argumentativen Brechaxt entgegenzuwerfen und sich selber zum Verteidiger einer Freiheit emporzustilisieren, die gar nicht in Gefahr ist.