Begegnungen auf der ILGA-Konferenz Johannesburg
Die afrikanische LSBTI-Bewegung wächst. Sie ist jung, aktiv, voller Tatendrang und Zukunft. Angesichts der versammelten LSBTI-Power in Johannesburg herrscht der Eindruck vor, dass die Dinge auf dem Kontinent eine gute Entwicklung nehmen.
Sako ist 28 Jahre jung und arbeitet für die Organisation Ruban Rouge aus Abidjan, die 1994 gegründet wurde. Ruban Rouge kümmert sich um Menschen mit HIV, betreibt Präventionsarbeit mit MSM und andere Zielgruppen. Die Zusammenarbeit mit den Behörden der Elfenbeinküste laufe gut, insbesondere mit einer Abteilung im Gesundheitsministerium, die sich um die Zielgruppe LSBTI kümmert. Ruban Rouge finanziert sich indirekt über den Global Fund, der Gelder an die Alliance Cote d’Ivoire zwecks Weiterleitung an NGOs auszahlt. Aus Europa fließen keine Gelder, so Sako. Ruban Rouge betreibt in der ivorischen Hauptstadt eine Tagesklinik, in der auch die Büros der Organisation untergebracht sind. Nicht alle Zielgruppen, die sehr stigmatisiert sind, würden erreicht, so Sako, die ivorische Gesellschaft brauche dringend Aufklärung. Probleme gibt es in den Familien und mit den Polizeibehörden. Art. 365 des Strafgesetzbuches kriminalisiert gleichgeschlechtliche Beziehungen und sieht Gefängnis- oder Geldstrafen vor. Sako erhofft sich von der PAI-Konferenz wichtigen Informationsaustausch, er will von anderen lernen und seine Erfahrungen weitergeben.