„Wir brauchen Eure Solidarität. Und wir bieten Euch die unsere! In einer globalisierten Welt sind Russland und Europa ganz schnell sehr nah“, so Igor Kochetkov. Der Vorsitzende der St. Petersburger Organisation „Vyhod“ (russ. für „Coming Out“) besuchte auf Einladung des LSVD-Landesverbands Hamburg zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern vom 30.07. ‑07.08.2011 die Hansestadt. Begleitet wurden sie dabei auch von dem bekannten russischen Journalisten und Schriftsteller Valery Panyushkin.
- Videoaufzeichnung von Top-Medien-Berlin Teil 1, Teil 2
- Weitere Blogbeiträge zu dieser Veranstaltung: Wie hältst Du es mit der Ehe?, Zehn Jahre Lebenspartnerschaft – Reif für die Ehe
- Weitere Fotos der Veranstaltung
Talk im Rathaus
Wie hältst Du es mit der Ehe?
Axel Blumenthal (LSVD-Bundesvorstand) im Ge- spräch mit Volker Beck, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Klaus Lederer, MdA (Die Linke), Dr. Jan-Marco Luczak, MdB (CDU), Mechthild Rawert, MdB (SPD) und Stephan Thomae, MdB (FDP).
„Erklären Sie mir doch bitte, warum in Deutschland 10 Jahre nach Einführung der Eingetragenen Lebens- partnerschaft die Ehe noch nicht geöffnet ist.“ Der Moderator, Axel Blumenthal ging nach der Vorstellung der Gäste der Parteienrunde gleich ins Volle.
Eheöffnung und 3+
Jubiläums-CSD in Würzburg setzt Zeichen
„10 Jahre Liebe — 10 Jahre Kampf — 10 Jahre CSD“ unter diesem Motto feierte Würzburg am letzten Juli Wochenende 2011 seinen Jubiläums CSD. Der CSD in Würzburg ist genauso alt wie das Lebenspartner- schaftsgesetz. Und auch er hat sich stetig entwickelt wie das Gesetz.
2002 war ein CSD in der katholischen Domstadt Würzburg noch ein gewagtes Unternehmen. Nachdem die CSU- Oberbürgermeisterin die Schirmherrschaft kategorisch ablehnte, übernahm das die dritte Bürgermeisterin, Marin Schäfer — Blake von der SPD. Von Beschimpfungen und Drohungen aus dieser Zeit weiß sie zu berichten. Inzwischen ist sie Ehrenmitglied des Trägervereins.
Über 180 Teilnehmende besuchten die LSVD- Konferenz zum zehnjährigen Jubiläum der Eingetragenen Lebenspartnerschaft in Berlin. Mit dabei waren internationale Rechtsexpertinnen und ‑Experten, Paare der ersten Stunde, Regenbogen- familien sowie Schwule und Lesben, die sich ihr Recht vor Gericht erstritten haben.
LGBT-Menschenrechte in der Entwicklungspolitik
Entwicklungshilfe lohnt sich für die Geberländer, denn das Meiste wird in die wirtschaftliche Zusammenarbeit investiert. Kein Industrieland könnte es sich leisten, die finanzielle Unterstützung für die Regierungen, die Wirtschaft und Teile der Zivilgesellschaft anderer Länder einzustellen. Dennoch, die Ent- wicklungszusammenarbeit (EZ) ist immer mehr unter Legitimationsdruck. Das Feld ist hoch umstritten:
In den vergangenen gut drei Jahren gab es zum Thema sexuelle Identität und Menschenrechte drei Höhepunkte auf UN-Ebene: Im Dezember 2008 waren die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, bi‑, trans- und intersexuellen Menschen (LGBTI) erstmals Thema der UN-Vollversammlung in New York. 66 Staaten aus allen Erdteilen schlossen sich einer französischen Initiative an und forderten in einer gemeinsamen Erklärung ein Ende der Menschenrechtsverletzungen an sexuellen Minderheiten. Ein homophober Gegenentwurf arabischer Staaten fand „nur“ 56 Unterstützer.
Im Januar 2011 stärkte das Bundesverfassungsgericht erneut die Grundrechte von Transsexuellen: Der Operationszwang, der nach dem Transsexuellengesetz (TSG) bislang Voraussetzung für eine Änderung der Personenstandsdokumente war, wurde als nicht mit der Verfassung vereinbar erklärt. Etwa zeitgleich hat der LSVD Köln ein Angebot für trans- und intersexuelle Menschen gestartet. Wir informieren und beraten sowohl persönlich als auch online, die meisten Anfragen betreffen derzeit das TSG und die arbeits- und sozialrechtliche Situation.
Nigeria – das bevölkerungsreichste Land Afrikas wird gerne als Spiegelbild des gesamten Kontinents betrachtet: Enorme Vielfalt in Bezug auf Religionen, Sprachen, Ethnien und Kulturen einerseits, und andererseits Probleme, Unruhen und Katastrophen, enormer Reichtum an Bodenschätzen, aber extreme Armut der Bevölkerungsmehrheit. Zugleich sind hier, wie in den anderen afrikanischen Staaten, feindliche Einstellungen gegen Lesben, Schwule, bi‑, trans und intersexuelle Menschen (LGBTI) sehr ausgeprägt und verbreitet. Der westafrikanische Vielvölkerstaat zählt zu den homophobesten Staaten weltweit.

